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Freitag, 27. Dezember 2019

Sag ichs euch, geliebte Bäume

Sag ich`s euch, geliebte Bäume?
Die ich ahndevoll gepflanzt,
Als die wunderbarsten Träume
Morgenrötlich mich umtanzt.
Ach, ihr wißt es, wie ich liebe,
Die so schön mich wiederliebt,
Die den reinsten meiner Triebe
Mir noch reiner wiedergibt.

Wachset wie aus meinem Herzen,
Treibet in die Luft hinein,
Denn ich grub viel Freud und Schmerzen
Unter eure Wurzeln ein.
Bringet Schatten, traget Früchte,
Neue Freude jeden Tag;
Nur daß ich sie dichte, dichte,
Dicht bei ihr genießen mag.

Johann Wolfgang von Goethe



Montag, 5. Juni 2017

Pfingsten



Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen; 
es grünten und blühten 
Feld und Wald; auf Hügeln und Höhn, 
in Büschen und Hecken

Übten ein fröhliches Lied die neuermunterten Vögel; 

Jede Wiese sprosste von Blumen in duftenden Gründen, 

Festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde.


Montag, 29. Mai 2017

Um Mitternacht


Um Mitternacht

Gelassen stieg die Nacht an Land, 

lehnt träumend an der Berge Wand;

ihr Auge sieht die goldne Waage nun 

der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn. 

Und kecker rauschen die Quellen hervor,

sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr 

vom Tage, 


Montag, 15. Mai 2017

Morgenlicht




Ich bin wie eine Uhr,
die sich jeden Tag von neuem
richten muss, weil sie jeden Tag
immer wieder von neuem nachgeht.

Christian Morgenstern

Freitag, 21. April 2017

Baumfreunde





Ich muß gestehen, daß ich in der Baumschule unter den fruchtbaren Bäumen lieber bin. Der Gedanke des Nutzens führt mich aus mir selbst heraus und gibt mir eine Fröhlichkeit, die ich sonst nicht empfinde. 

Johann Wolfgang von Goethe

Sonntag, 9. April 2017

Apfelblüte





Apfelblüten wohin du schaust.
Sie färben deine Welt rosa.
Keinen Gedanken an verbotene Frucht,
das kommt später  -
Jetzt wird nur Liebe geatmet.

Annegret Kronenberg

Dienstag, 28. März 2017

Soleil couchant


Soleil couchant

Les ajoncs éclatants, parure du granit,
 Dorent l'âpre sommet que le couchant allume; 
Au loin, brillante encor par sa barre d'écume,
 La mer sans fin commence où la terre finit.

Sonntag, 12. März 2017

Der Mond ist aufgegangen...



Abendlied (Matthias Claudius)

Der Mond ist aufgegangen,

Die goldnen Sternlein prangen

Am Himmel hell und klar;

Der Wald steht schwarz und schweiget,

Und aus den Wiesen steiget

Der weiße Nebel wunderbar.



Manolzweiler, klarer Himmel, 12°





Wer sich nach dem Frühling sehnt, darf nicht auf den Nußbaum sehen.

Montag, 27. Februar 2017

Wolken am Himmel ...



Die Wahrheit gleicht dem Himmel und die Meinung den Wolken.
Joseph Joubert

Vorfrühling

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung 
an der Wiesen aufgedecktes Grau. 
Kleine Wasser ändern die Betonung. 
Zärtlichkeiten, ungenau, 

greifen nach der Erde aus dem Raum. 
Wege gehen weit ins Land und zeigens. 
Unvermutet siehst du seines Steigens 
Ausdruck in dem leeren Baum. 

Rainer Maria Rilke